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Eine Hosentasche voller Wunder - Der Einsatz von Steinen und Naturmaterialien als Spielmaterial im Kindergarten

Nach fast jedem Aufenthalt im Garten oder nach Spaziergängen purzeln Steine aus den Hosentaschen der Kinder. Steine üben nicht nur auf Kinder eine große Faszination aus. Ertappen wir uns nicht auch dabei, wie wir, mit ein wenig Muße, gedankenverloren Kieselsteine zu Mustern legen oder beim Wandern „Wunschsteine“ aufeinanderstapeln. Steine üben eine große Anziehungskraft auf uns aus und beflügeln unsere Kreativität.

Kinder finden zu jeder Jahreszeit im Garten und auf Spaziergängen Steine und erkunden diese mit viel Freude. Sie kennen sich mit Steinen gut aus und das gibt ihnen ein gutes Gefühl, weil sie auf bestehende Erfahrungen zurückgreifen können. Trotzdem stellt sie der Umgang mit ihnen immer wieder vor neue Herausforderungen und erweckt neue, eigene Impulse in ihnen. Jeder Stein fühlt sich anders an, schmeckt anders, ist unterschiedlich schwer und lässt sich anders verarbeiten. Ein großes Sortiment an verschiedenen Gesteinen erweitert die Wahrnehmungsmöglichkeiten der Kinder enorm. „Während Kleinkinder überwiegend an Farben, Formen und Strukturen interessiert sind, bunte Kiesel nach ihrem Geschmack auswählen, sammeln und zusammenlegen, wollen ältere Kinder Steine häufig bearbeiten oder als Baumaterial benutzen.“ [H. Österreicher, E. Prokop, 2010, S. 90]

Nehmen sie dieses immer aktuelle Thema der Kinder in ihren pädagogischen Alltag auf. Erweitern sie ihre Materialien zum Beispiel in der Bauecke mit unterschiedlichen Bausteinen und natürlichen Baustoffen wie verschiedene Steine und Naturhölzer. Sortier- und Fühltabletts sowie Spiegelplatten können eine weitere Möglichkeit sein, um mit Steinen zu experimentieren. Mit Urlaubsmitbringseln können im Gruppenraum Stein- und Mineraliensammlungen entstehen. Weitere Impulse bieten Bilder oder Postkarten mit Steinmotiven. Viele Steine verändern ihre Farbe im Wasser. In etwas größeren mit Wasser gefüllten Wannen, können Kinder mit diesem schönen Lichtreflektionen experimentieren.

Auch im Atelier sollten Steine als Kreativmaterial nicht fehlen. Zum einen können die Kinder mit einigen Kreidesteinen einfach auf Pappe, Papier oder auf Gehwegplatten malen und zum anderen sind sie auch als Malwerkzeug zu verwenden. Entweder in Farbe getaucht als „Pinsel“ oder viele kleinere Steinchen in einem Stoffbeutel als Malsäckchen schaffen verschiedene Malergebnisse. Kleine Steinchen lassen sich auch in Knete, Spachtelmasse oder Ton drücken oder auf Bilder und Skulpturen kleben. Probieren sie das Malen mit selbst hergestellten Naturfarben aus zerstoßenen und gemahlenen Steinen mit Wasser oder Öl gemischt.

Oder die Kunstwerke entstehen direkt draußen in der Natur. Die Auseinandersetzung mit Naturmaterialien vermittelt den Kindern einen Eindruck über Veränderungen und Vergänglichkeit. Es entstehen natürliche Kunstwerke, die sich mit der Zeit und Witterung verändern.

Natürlich können auch die Steine selbst angemalt werden. Lassen sie zum Beispiel jede neue Familie einen Stein gestalten und schmücken ihren Eingangsbereich, Flure, Gruppenräume oder den Garten mit diesen „Familiensteinen“.

Naturerlebnisse und Bewegungsmöglichkeiten bieten sich in einem naturnahen Außenbereich mit großen Findlingen zum Sitzen, Klettern und Balancieren, Wegen mit unterschiedlichsten Pflastersteinen oder Barfußpfaden mit verschieden großen Kieseln. Schaffen sie „Baustellen“ mit unterschiedlichen Steinen und festen Untergründen wie flache Tische oder niedrige große Steine. Hier können die Kinder Steine und Mineralien mit und ohne Werkzeuge bearbeiten, verstoßen, zermahlen, damit konstruieren und experimentieren. Der Einsatz von Steinen ist unglaublich vielseitig. Ich wünsche viel Spaß beim Ausprobieren.

 

Quellen:

·     Herbert Österreicher, Edeltraud Prokop, Gärten für Kleinkinder, verlag das netz, 2010

„Während Kleinkinder überwiegend an Farben, Formen und Strukturen interessiert sind, bunte Kiesel nach ihrem Geschmack auswählen, sammeln und zusammenlegen, wollen ältere Kinder Steine häufig bearbeiten oder als Baumaterial benutzen.“ [H. Österreicher, E. Prokop, 2010, S. 90]

Über die Autorin:

Peggy Bresnik, freiberufliche Referentin mit den Schwerpunkten Bildung und Erziehung der frühen Kindheit und Kitamanagement sowie Coach für Einzelpersonen und Teams

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