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Der Umgang mit dem Element "Wasser" im Kindergarten - Wasser ist Leben

Wasser ist ein Element, dass uns immer umgibt, aus dem wir zum größten Teil bestehen und von dem alles Leben auf der Erde abhängt. Kinder lieben Wasser und fühlen sich fast magisch von ihm angezogen. Sobald sich irgendwo eine Pfütze gebildet hat, ein Wasserhahn tropft oder Wassergläser auf dem Tisch erreichbar sind, beginnen sie, dieses Element hingebungsvoll zu erforschen und ihre Wahrnehmungsmöglichkeiten zu erweitern. Wenn Kinder sich wohlfühlen und Spaß an ihrem Tun haben, können sie sich beim Spielen und Experimentieren mit dem kühlen Nass immer wieder neuen und spannenden Herausforderungen stellen.

Wasser verändert, vermischt mit Sand, Farben, Kleister oder Seife seine Eigenschaften und so entdecken Kinder immer neue Phänomene und können ihre individuellen Erfahrungen mit bereits erworbenen Erkenntnissen verknüpfen und in anderen Situationen anwenden. Völlig selbstvergessen oder im gemeinsamen Spiel mit anderen Kindern experimentieren Kinder mit dem Element Wasser, wenn sie ihnen ausreichend Möglichkeiten dafür zur Verfügung stellen.

Nutzen Sie das Bad, wenn möglich als Funktionsraum und stellen den Kindern hier verschiedene Behältnisse zum Schütten, Schläuche, Trichter usw. zum Experimentieren bereit. Stellen Sie verschiedene Behälter wie z. Bsp. kleine Schwimmbecken, Wannen und Schüsseln mit Wasser auf. Achten sie darauf eine rutschfeste Unterlage unter den Wasserspielbereichen, damit die Kinder nicht ausrutschen und sich verletzen können. In Wasserspielwannen, auf Matschtischen oder großen Tabletts kann auch in den Gruppenräumen mit flüssigen Materialien experimentiert werden. Hier sollte der Boden mit wasserundurchlässiger Folie wie z. Bsp. Teichfolie oder Wachstuch geschützt werden. Stellen sie für die Kinder zusätzliche Materialien wie Schöpfkellen, Töpfe, Backformen oder große Löffel bereit. Aber auch Experimentiermaterialien wie Federn, verschiedene Bälle, Bausteine, Schwämme etc. regen zum Erforschen an.

Ein immer wieder beliebtes Experiment ist: Was schwimmt oben? Die Kinder werden schnell feststellen, dass verschiedene Gegenstände auf der Wasseroberfläche schwimmen, andere aber untergehen oder sich vollsaugen. Lassen sie die Kinder zum Beispiel mit leeren und bereits gefüllten kleinen Getränkeflaschen experimentieren. Über das Wahrnehmen werden das Staunen und die Neugier der Kinder geweckt und sie werden ihre Experimente selbstständig weiter variieren. Besonders anschaulich sind diese Experimente in transparenten Gefäßen. Nehmen sie dieses immer aktuelle Thema der Kinder in ihre Raumgestaltung auf. Erweitern sie ihre Materialien im Gruppenraum zum Beispiel mit Tüchern, Stoffen oder Wolle in Blau- und Grüntönen, Folien, Muscheln, Sand oder Steinen.

Weitere Impulse können passende Bilder, Kunstwerke oder Postkarten sein. Natürlich gibt es Bilderbücher und Geschichten rund um das Thema Wasser. Es müssen nicht immer Kinderbücher sein, Naturbände und Sachbücher bieten schöne und interessante Anregungen. Besonders schön ist es, wenn sie Fotographien vom Meer, Aquarien ö. Ä. an die Wand projizieren. So können die Kinder direkt in diese Welt eintauschen. Naturerlebnisse und Bewegungsmöglichkeiten bieten sich in einem naturnahen Außenbereich mit einer Wasseranlage.

Wenn diese nicht zur Verfügung steht, genügt ein Wasseranschluss um verschiedene Gefäße wie Wannen, Planschbecken, große Töpfe etc. mit Wasser zu befüllen, einen Teil des Sandkastens in eine Matschanlage zu verwandeln oder einen Rasensprenger anzuschließen. Auch hier bieten sich alle möglichen Zusatzmaterialien wie selbstgestaltete Boote aus Papier oder Naturmaterialien, Schläuche und Rinnen uvm. zum Spielen an.


Bewusstsein für Wasserknappheit schaffen


Tipp: Für unsere Kinder ist es selbstverständlich den Wasserhahn aufzudrehen und immer frisches Wasser zu haben. Zum Thema Wasser gehört auch, die Wertschätzung diesem lebenswichtigen Element gegenüber zu vermitteln und gleichzeitig die Notwendigkeit, mit dieser Ressource sorgsam umzugehen, zu verdeutlichen. Das Experimentieren mit diesem wundersamen Element gehört natürlich, zu elementaren Tätigkeiten für Kinder. Gleichzeitig können wir jedoch vermitteln, dass Wasser nicht unbegrenzt zur Verfügung steht.

Stellen sie verschiedene Behälter mit Wasser zur Verfügung, wechseln sie jedoch lieber häufiger das Wasser, als es laufen zu lassen und wenn es alle ist, ist es eben auch alle. Thematisieren sie das Thema Wassersparen in ihrem Alltag und verwenden z.B. Wasserreste in Wasserflaschen zum Pflanzengießen. Es ist auch schön Regenwasser aufzufangen, Vögel beim Baden zu beobachten oder den „Patenbaum“ damit zu gießen.

Das Wetter zu thematisieren und Wasserkreisläufe damit zu erfahren, schafft ein Verständnis für die komplexen Zusammenhänge auf unserer Erde.

Hier noch ein Spiel, für etwas älteren Kinder, um auch ein globales Verstehen zu ermöglichen: „Der stille Marsch“ In vielen Ländern ist es nicht selbstverständlich, immer frisches Wasser direkt ins Haus geliefert zu bekommen. Ganz im Gegenteil, vor allem die Frauen, müssen lange Wege auf sich nehmen und das Wasser in Behältern, oft auf den Kopf, nach Hause tragen. Das können die Kinder einmal ausprobieren: suchen sie eine Wasserquelle (Bach, Brunnen oder auch eine Wasserleitung…) die für die Kinder zu erreichen ist (ein bisschen Anstrengung sollte jedoch dabei sein). Dann füllt jeder einen, für die Kinder händelbaren Behälter, mit Wasser und trägt diesen in die Kita. Das herangeschaffte Wasser sollte für diesen Tag ausreichen. Dieses Spiel kann auch im Rahmen eines Projekts durchgeführt werden. Durch die Dokumentation können auch Eltern miteingezogen werden.

"Zum Thema Wasser gehört auch, die Wertschätzung diesem lebenswichtigen Element gegenüber zu vermitteln und gleichzeitig die Notwendigkeit, mit dieser Ressource sorgsam umzugehen, zu verdeutlichen."

Über die Autorin:

Peggy Bresnik, freiberufliche Referentin mit den Schwerpunkten Bildung und Erziehung der frühen Kindheit und Kitamanagement sowie Coach für Einzelpersonen und Teams

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