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Pädagogische Konzepte - Von Fröbel bis zum Situationsansatz - Was passt am besten zu uns?

Irgendwie sind sie immer präsent. Spontan fallen uns bei den großen Reformpädagogen wie zum Beispiel bei Maria Montessori der Satz „Hilf mir es selbst zu tun“ und ihr fantastisches Material ein, bei Célestin Freinet die „Schreibwerkstätten“, bei Emmi Pikler die beziehungsvolle Pflege und die Hengstenberg Geräte, bei der Waldorfpädagogik die naturnahe Pädagogik… Moderne Ansätze wie der Situationsansatz, der Situationsorientierte- und situative Ansatz, die Reggio Pädagogik, der Lebenspraktische Ansatz, die KLAX Pädagogik… waren oft die bisherigen Ansätze zu verschult. So haben sie, mit einem veränderten Bildungsbegriff, vieles weiterentwickelt und ihrer Zeit angepasst. Sie verstehen sich oft als offene Ansätze, die sich stetig hinterfragen und weiterentwickeln.

Viele Einrichtungen entscheiden sich ganz bewusst für einen pädagogischen Ansatz, viele orientieren sich eher an einem Ansatz, andere kombinieren verschiedene Ansätze miteinander. Die Landschaft der konzeptionellen Ausrichtungen ist so vielfältig wie die Menschen die in und um Kitas tätig sind. Entscheidend bei der Wahl der pädagogischen Ausrichtung ist eine klare Vorstellung davon, wie wir mit Kindern und Familien arbeiten möchten und was wir ihnen im Hier-und-Jetzt und für ihre Zukunft mitgeben möchten. Die Auswahl der pädagogischen Ansätze muss also zu der Kita, ihrem Träger und ihrem Umfeld passen. Verständigen Sie sich als Team über Ihre Visionen und Ziele und schauen welcher Ansätze am besten zu Ihnen und Ihrer Einrichtung passen. Legen Sie gemeinsam fest, was Ihnen wichtig ist, wie Sie arbeiten möchten und reflektieren Sie Ihre Konzeption. Ein solches Vorgehen sichert Klarheit und Orientierung für Ihren pädagogischen Alltag. Eine weitere Überlegung sollte unbedingt der, durch das jeweilige Bundesland, übertragene Bildungs- und Erziehungsplan sein. Er bietet die Grundlage für das pädagogische Handeln.

Stellt sich hier nicht die Frage, ob durch die Einführung der Bildungs- und Erziehungspläne, die pädagogischen Ansätze wie Fröbel, Montessori, Waldorf oder Pikler ausgedient haben? Ich glaube nicht. Beim Lesen der Pläne begegnen mir oft alt vertraute Grundsätze und Prinzipien. Die pädagogischen Ansätze sind durchaus kompatibel mit den heutigen Bildungs- und Erziehungsplänen. Es gibt jedoch Gemeinsamkeiten und Unterschiede, die für die Entscheidung abgewogen werden müssen. Gemeinsamkeiten liegen für mich in dem klaren Bildungsauftrag den eine Kindertagesstätte hat, im Bild vom Kind und im Bildungs- und Lernverständnis. Unterschiede sind jedoch in der jeweiligen Sicht bei der Umsetzung zu finden. Bildungs- und Erziehungspläne sind den Schulplänen, mit verschiedenen Bereichen ähnlich. Auch die Rolle der Fachkräfte ist eher eine vermittelnde. Pädagogische Ansätze entwickeln und begründen pädagogische Prinzipien, die eher eine wahrnehmende und indirekte Rolle der pädagogischen Fachkräfte zur Grundlage haben. Die Entscheidung die Sie also treffen, ist eine innere. Erst mit dieser Entscheidung und dementsprechende Haltung können Sie konkret ins Handeln und in die Gestaltung der jeweiligen Rahmenbedingungen kommen.

Die unsichtbare Seite jedes pädagogischen Ansatzes sind ihre grundlegenden Prinzipien. Die sichtbare Seite drückt sich sehr konkret in der Raumgestaltung, des Materialangebots und deren Regeln im Umgang damit aus. Diese sichtbare Seite gelingt nur mit der Einhaltung der Grundsätze des jeweiligen Ansatzes. Machen Sie sich damit vertraut. So finden Sie die eigene Sicherheit im pädagogischen Handeln und können auch Eltern einen tiefen Einblick in Ihre Arbeit und Überzeugungen ermöglichen.

Die pädagogischen Ansätze sind durchaus kompatibel mit den heutigen Bildungs- und Erziehungsplänen. Es gibt jedoch Unterschiede und Gemeinsamkeiten die für die Entscheidung abgewogen werden müssen

Über die Autorin:

Peggy Sarnowsky-Bresnik, freiberufliche Referentin mit den Schwerpunkten Bildung und Erziehung der frühen Kindheit und Kitamanagement sowie Coach für Einzelpersonen und Teams.

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