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Nachhaltige Kita - Wie kann das gehen? 

Mit Kindern an einem Flussufer oder im Wald spazieren zu gehen ist immer ein Abenteuer. Es gibt viele Tiere und Pflanzen zu entdecken und auch die Landschaft sieht immer etwas verändert aus. Diese Veränderungen sind geprägt durch die Jahreszeiten und das damit verbundene Wetter. Auf den Spaziergängen fällt Kindern jedoch immer wieder auch etwas anderes auf. Sie finden Flaschendeckel, Plastikflaschen, Plastiktüten, Hinterlassenschaften von Picknicks und jede Menge anderen hinterlassenen Müll. Kinder sind sehr interessiert an ihrer Umwelt und haben viele Fragen. Diese Fragen können wir aufgreifen und gemeinsam weiterführende nachhaltige Projekte gestalten. Es soll nicht darum gehen, alles zu wissen, fertige Lösungen zu präsentieren oder mit dem Finger auf andere zu zeigen, um Schuldige zu suchen und Fehler aufzuzeigen. Es geht vielmehr darum, Kinder für ihre Umwelt, die komplexen Zusammenhänge und ihre eigenen Handlungsoptionen zu sensibilisieren und gemeinsam Ideen und Lösungsansätze zu finden. Denn auch verschiedene Wege führen in ihrer Gesamtheit zum Ziel.

Kitas sind gute Orte, um gemeinsam mit anderen Kindern und in Begleitung von Erwachsenen diese Zusammenhänge zu hinterfragen und eigene Handlungsoptionen zu entwickeln. Unterstützende Materialien erhalten Sie in unserem Webshop unter Nachhaltigkeit lernen. Eine nachhaltige Pädagogik stellt Fragen und sucht gemeinsam nach Antworten. Sie informiert Kinder im alltäglichen Handeln und stellt reale und konkrete Entscheidungsmöglichkeiten zur Verfügung. Pädagogische Fachkräfte können hier tragfähige Brücken bauen, um Kindern Zugänge zum Thema Nachhaltigkeit und Natur zu ermöglichen, nachhaltige Rahmenbedingungen zu gestalten und selbst neugierig zu bleiben. Dankbarkeit und Liebe zur Natur ist eine Grundvoraussetzung für eine gelingende nachhaltige Pädagogik. „Was ich nicht kenne, kann ich nicht lieben. Was ich nicht liebe, werde ich nicht schützen können.“ Peggy Bresnik [vgl. Bresnik, P. klein & gross, 06 / 2021]

Wenn man einen Stein ins Wasser wirft, entstehen immer weitere Kreise. Genauso ist es mit der Auseinandersetzung mit den Umweltfragen der Kinder. Schnell stellt man fest, dass eine Frage immer neue Fragen aufwirft: Natürlich können wir den Müll einsammeln und recyceln. Wäre es aber nicht noch besser, erst überhaupt nicht so viel Müll zu produzieren und wo fängt man damit an? Beim Einkauf für das gemeinsame Frühstück können Kinder schnell feststellen, dass sehr viele Dinge unnötig verpackt sind. Können wir dann nicht gleich beim Einkaufen darauf achten, weniger Müll zu verursachen? Nachhaltigkeit mit Kindern zu leben, besteht im Grunde aus sehr vielen Kleinigkeiten, dem ständigen Hinterfragen und dem Abwägen von alltäglichen Entscheidungen. Das Prinzip Nachhaltigkeit wird so zur Querschnittsaufgabe, die alle Bereiche des Alltags einbezieht, nicht als abgegrenztes Projekt zu verstehen ist, sondern den immerwährenden Blick durch die „Nachhaltigkeitsbrille“ nötig macht.

Hier ein paar Impulsfragen für Ihre Kita:

  • Kaufen Sie zum Beispiel defekte Spielmaterialien etc. schnell neu oder reparieren Sie, gemeinsam mit den Kindern, kaputt gegangene Materialien?
  • Achten Sie auf Nachhaltigkeit beim Kauf neuer Möbel, Verbrauchsmaterialien wie Reinigungsmittel, Pflegeprodukte, Bürobedarf usw.? 
  • Verwenden Sie Verpackungsmaterialien wie Schachteln, Dosen, Säckchen, Kartons usw. als Zeug zum Spielen für die Kinder. Dies ist die beste Upcycling-Methode überhaupt. 
  • Wie ist Ihr Umgang mit Ressourcen wie Wasser oder/und Strom? 
  • Werden zum Beispiel beim Kochen und Backen mit den Kindern häufig elektrische Geräte verwandt, oder schauen Sie nach Alternativen? So kann zum Beispiel statt eines elektrischen Mixers ein Handquirl benutzt werden. Oder die Lätzchen o. Ä. können gemeinsam mit den Kindern aufgehangen werden, statt den Trockner anzustellen. 
  • Woher beziehen Sie Ihre Lebensmittel? Achten Sie auf regionale und saisonale Lebensmittel? Zur Verdeutlichung für die Kinder können Kalender, Bücher, Bilder, Fotographien o.Ä. verwandt werden, die thematisieren, wann was in unserer Heimat wächst. 
  • Kaufen Sie unverpackt ein und beteiligen die Kinder zum Beispiel bei der Vorbereitung des Einkaufswagens mit Stoffbeuteln, Dosen u.Ä. 
  • Upcycling und DIY sind gerade sehr populär, wenn es um das Thema Nachhaltigkeit geht. Auch hier ist der Blick durch die „Nachhaltigkeitsbrille“ sinnvoll. Ständig kommen neue Ideen und Materialien auf den Markt. Beim upcycling geht es jedoch darum, etwas Benutztes oder auch übrig Gebliebenes aufzuwerten. Neu gekaufte Pappteller zu Engeln, Plastikbecher oder Wattebäuschen zu Schneemännern zu verarbeiten, entspricht nicht diesem Gedanken. 

Es gibt unzählige weitere nachhaltige Kita - Ansätze, mit denen wir unseren Betrag leiten können und dadurch Kindern im Alltag Nachhaltigkeit als etwas Natürliches und Wertvolles vermitteln. Diskutieren Sie Ihre persönlichen Motivationen und Ideen für Ihre gemeinsame Umsetzung und beginnen Sie dort, wo Sie am meisten Spaß und Engagement spüren. Es geht nicht um Entweder- Oder, sondern um einen gemeinsamen Weg, der sich beim Gehen weiterentwickelt. [vgl. Bresnik, P. klein & gross, 06 / 2021]

" Es geht darum, Kinder für ihre Umwelt, die komplexen Zusammenhänge und ihre eigenen Handlungsoptionen zu sensibilisieren und gemeinsam Ideen und Lösungsansätze zu finden. "

Über die Autorin:

Peggy Bresnik, freiberufliche Referentin mit den Schwerpunkten Bildung und Erziehung der frühen Kindheit und Kitamanagement sowie Coach für Einzelpersonen und Teams

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